Licht und Schatten in Moabit

Rundgang mit dem Heimatverein Tiergarten

Am 8. August schloss die Hertie-Filiale in der Turmstraße.
Am 8. August schloss die Hertie-Filiale in der Turmstraße.
Rund 30 Teilnehmer begleiteten den CDU-Fraktionsvorsitzenden Thorsten Reschke bei seinem, durch den Heimatverein und Geschichtswerkstatt Tiergarten e.V. organisierten, Rundgang durch den Ortsteil Moabit. Der Rundgang führte vom Schultheiss-Areal über die Turmstraße bis zur Arminius-Markthalle.

Der Rundgang begann mit einer schlechten Nachricht: nur wenige Stunden zuvor hatte die Hertie-Filiale in der Moabiter Turmstraße geschlossen. Dabei waren sich die Teilnehmer einig in der Feststellung, dass die Schließung von Hertie erhebliche, negative Auswirkungen auf die Turmstraße haben wird. Knapp 50 Jahre war Hertie, zwischenzeitlich als Karstadt, in der Turmstraße ein Anker im Einzelhandelsgeschäft (siehe dazu auch den Artikel im "Tagesspiegel" vom 1. Dezember 1960).

"Umso wichtiger ist nunmehr die schnelle Entwicklung des Schultheiss-Areals, damit die Turmstraße endlich wieder einen attraktiven Anziehungspunkt erhält", forderte Thorsten Reschke gleich zu Beginn seiner Ausführungen. Die Zukunft des bisherigen Hertie-Standortes ist derzeit noch ungewiss - immerhin hält die Drogeriekette "DM" den Betrieb weiterhin aufrecht.

Schultheiss-Areal: Konflikte angeblich ausgeräumt
Zu den Planungen auf dem Schultheiss-Areal gab es dagegen neue Informationen zu berichten. Die ehemalige Brauerei, deren Kernanlage aus dem Jahr 1871 sich auf rund 24.000 Quadratmetern erstreckt, soll nach den Ideen der HLG Projektentwicklungsgesellschaft zu einem Standort mit (großflächigem) Einzelhandel auf ca. 20.00 Quadratmetern Verkaufsfläche entwickelt werden.

Seit Jahren bestehen Differenzen zwischen den Planungen der Projektentwickler und den Denkmalschutzbehörden im Land und im Bezirk. Nunmehr sind die bestehenden Konflikte angeblich ausgeräumt und das Bebauungsplanverfahren kann endlich fortgesetzt werden.

Entgegen den ursprünglichen Vorstellungen soll nunmehr als Kompromiss der Bereich entlang der Turmstraße / Ecke Stromstraße kleinteiliger entwickelt werden und auch das ehemalige Pförtnerhaus mit den angrenzenden Buchhaltungsbüros erhalten bleiben. Im Gegenzug wird von der bislang umstrittenen "Halle J" nur der östliche Schmuckgiebel und Teile der südlichen Wand erhalten bleiben. Die Mauer entlang der Perleberger Straße bleibt ebenfalls erhalten, wenn auch dadurch die angestrebte direkte Durchwegung des Areals von der Perleberger Straße zur Turmstraße nicht mehr realisiert werden kann (siehe dazu auch die Drucksache 0155/III aus der BVV Mitte am Ende dieses Beitrages).

Turmstraße I: Aktive Stadtzentren
Zur Turmstraße gab es zwei gute Nachrichten zu berichten: zum einen laufen die Vorbereitungen zur Umsetzung der Ideen im Rahmen des Förderprogramms "Aktive Stadtzentren", an dem der Bezirk Mitte mit Maßnahmen für die Moabiter Turmstraße und die Weddinger Müllerstraße teilhaben kann. Für jede Straße stehen in den kommenden acht Jahren bis zu 1 Million Euro Fördermittel bereit.

Thorsten Reschke wies dabei ausdrücklich darauf hin, dass nach seiner Ansicht auch verstärkt in die Wirtschaftsentwicklung der Turm- und Müllerstraße investiert werden müsse.

Turmstraße II: Quartiersmanagement Moabit-Ost
Seit dem 1. Juni besteht das QM-Gebiet Moabit-Ost, dessen Engagement in das hauptsächlich durch Gründerzeitbauten geprägte Gebiet zwischen Turmstraße, Stromstraße und Perleberger Straße fließen soll. Im September 2009 soll die Bürgerbeteiligung starten, für deren aktiven Inanspruchnahme Thorsten Reschke warb.

Arminius-Markthalle
Keine Veränderungen gab es dagegen zur Zukunft der Arminius-Markthalle zu berichten: für die 1890/91 gebaute und komplett unter Denkmalschutz stehende Markthalle im Schatten des Rathauses Tiergarten wurde bei der Ausschreibung des Liegenschaftsfonds Berlin wurde kein Interessent gefunden.

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