Straßenbahnverlängerung nach Moabit durch die Turmstraße!

Antrag der CDU-Fraktion (Reschke)

Fährt dieses Berliner Wahrzeichen bald durch die Turmstraße?
Fährt dieses Berliner Wahrzeichen bald durch die Turmstraße?
Seit geraumer Zeit wird über die Möglichkeiten einer Verlängerung der Straßenbahn vom Hauptbahnhof zum U-Bahnhof Turmstraße diskutiert. Nach einer Informationsveranstaltung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt am 5. März 2015 haben wir beschlossen, in der BVV Mitte klar für die nördliche Route der Straßenbahn (über die Turmstraße) ausgesprochen.   

Der Antrag im Wortlaut:

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

Das Bezirksamt wird ersucht, sich im Rahmen der geplanten Verlängerung der Straßenbahn vom Hautbahnhof zum U-Bahnhof Turmstraße dafür einzusetzen, dass

  • die Trasse der Straßenbahn von der Invalidenstraße über Alt-Moabit, Rathenower Straße und Turmstraße zum U-Bahnhof geführt wird (nördliche Trassenführung) und
  • die Endhaltestelle am U-Bahnhof Turmstraße zwischen der Stromstraße und Wilhelms­havener Straße („Variante mit Lage ‚vor’ dem Aufzug“ zur U-Bahn) angelegt wird.

Zudem wird das Bezirksamt ersucht, sich bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt dafür einzusetzen, dass

  • die Entscheidung über die Trassenführung zeitnah erfolgt, damit möglichst bis Ende des Jahres 2015 Klarheit darüber besteht und für die nicht-gewählte Trassenführung Planungs­freiheit eintritt und
  • der weitere Prozess von einer möglichst umfangreichen Bürgerbeteiligung begleitet wird.

Für die derzeit diskutierte Verlängerung der Straßenbahn vom Hauptbahnhof zum U-Bahnhof Turm­straße werden durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt zwei Trassenführungen geprüft:

  • Trasse Nord (Invalidenstraße – Alt-Moabit – Rathenower Straße – Turmstraße): Strecken­länge ca. 2,2 Kilometer, Bahnkörperanteil 75%, derzeit prognostizierte Kosten ca. 19,6 Mio. Euro, vier weitere Haltestellen (zzgl. Haltestelle Lesser-Ury-Weg), hohe Kurvigkeit
  • Trasse Süd (Invalidenstraße – Alt-Moabit): Streckenlänge ca. 2,1 Kilometer, Bahnkörperanteil 57%, derzeit prognostizierte Kosten ca. 18,5 Mio. Euro, drei weitere Haltestellen (zzgl. Halte­stelle Lesser-Ury-Weg), geringe Kurvigkeit

In einem bisherigen Ergebnis der Trassenbewertung durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt wird festgestellt, dass u.a. durch etwas höher anzu­setzen­de Investitionskosten die Trasse Süd als etwas vorteilhafter anzusehen sei. Klar ist jedoch, dass die Trassenbewertung bislang nur zeigt, dass beide Trassen technisch und wirtschaftlich realisierbar sind - jedoch keine der beiden Trassen eine eindeutige Vorzugsvariante darstellt! 

Die Bezirksverordnetenversammlung Mitte bevorzugt abweichend von dem bisherigen Ergebnis der Trassenbewertung die Verlängerung der Straßenbahn über die Rathenower Straße und Turmstraße, da wir

  • insbesondere aus Sicht der die Straßenbahn später nutzenden Kunden die Anbindung der Wohngebiete im Bereich nordöstlich der Turmstraße, der Einzelhandelsangebote an der Turm­straße, der Verwaltungs- und Serviceeinrichtungen (u.a. Rathaus Tiergarten und Ge­sund­heitszentrum Moabit) und/oder des Kriminalgerichts sowie die sichere Umsteige­mög­lich­keit zur U-Bahn an die Verbindung vom und zum Hauptbahnhof bzw. darüber hinaus deutlich höher bewerten, als dies bislang in den Prüfungen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt der Fall ist,
  • dem höheren Bahnkörperanteil der Trasse Nord den Vorzug geben und eine zusätzliche Beein­träch­ti­gung des deutlich stärker frequentierten Straßenzuges Alt-Moabit vermeiden wollen,
  • die bisherigen Kostenschätzungen i.H.v. ca. 19,6 Mio. Euro (Trasse Nord) und ca. 18.5 Mio. Euro (Trasse Süd) derzeit nicht aussagekräftig stark differieren und somit zum gegenwärtigen Zeitpunkt als nicht entscheidend anzusehen sind sowie selbst der StadtentwicklungsplanVerkehr Berlin, Senatsbeschluss vom 29. März 2011,  S. 127, von einer Kostenschätzung in Höhe von insgesamt 25 Mio. Euro ausgeht.
  • die vermeintlichen Vorteile der Trasse Süd aus Sicht der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung dahingehend relativiert sehen, dass es durch die erwartete Staubildung auf dem Strecken­abschnitt Alt-Moabit zwischen Stromstraße und Kirchstraße ebenfalls zu Verzögerungen in der Fahrtzeit kommen wird und
  • die Trasse Nord und eine (End-)Haltestelle in der Turmstraße als deutlich vorteilhafter ansehen, wenn zu einem späteren Zeitpunkt eine Trassenverlängerung in Richtung Westen erfolgen soll.

Die Bezirksverordnetenversammlung Mitte bevorzugt die Endhaltestelle in der „Variante mit Lage ‚vor’ dem Aufzug“ zur U-Bahn, da wir neben einem einfachen und sicheren Umstieg in die U-Bahn zusätzlich berücksichtigen,

  • dass die Heilandskirche durch Straßenbahnzüge auf der Abstellfläche hinter der Endhaltestelle nicht übermäßig verdeckt wird und
  • die alternative Endhaltestelle in der „Variante mit direkter Treppenverbindung“ zwar als interessant, jedoch technisch kaum zu realisieren ansehen.


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