"Der Generalsekretär der CDU Berlin, Frank Henkel, erklärt:
Frank Henkel"Mit seiner Aussage, das kleinste Problem der Hartz-IV-Empfängern sei das Untergewicht, hat sich Finanzsenator Sarrazin erneut stark im Ton vergriffen. Da hilft auch sein anschließendes Zurückrudern nicht, dass es in Deutschland generell viel Übergewicht gebe. Es drängt sich der Eindruck auf, dass Sarrazin üble Klischees bedient, um seinen umstrittenen Speiseplan für ALG-II-Empfänger zu rechtfertigen. Ich fordere den Finanzsenator auf, endlich rhetorisch abzurüsten. Er muss aufhören, verbale Stellvertreterkriege gegen Arbeitslose zu führen, wenn er doch eigentlich mit der Linkspartei über die Höhe der Regelsätze im Clinch liegt. Wenn man auf statistische Zusammenhänge und die Notwendigkeit einer ausgewogenen Ernährung hinweisen möchte, dann kann man das anders tun, als in der Öffentlichkeit ganze Bevölkerungsgruppen pauschal zu verunglimpfen. Es ist jedoch nicht die erste Diffamierung dieser Art - erinnert sei hier nur an seine abfälligen Bemerkungen über 'bleiche und übelriechende Beamte' oder schlechtangezogene Berliner in Trainingsanzügen. Sarrazins jüngster Verbalausfall zeigt aber auch, dass ihn die Empörung aus den eigenen Reihen offenbar völlig kalt lässt. Es stellt sich die Frage, wie lange sich die Linkspartei noch von Sarrazin vorführen lässt, oder ob die sichtbaren Risse in der Koalition bald zu einer tiefen Kluft aufbrechen. Derzeit entpuppt sich die Linkspartei in dieser Debatte lediglich als zahnloser Tiger. Ihre führenden Vertreter kommen über ein bisschen Katzenjammer nicht hinaus. Die Linkspartei hat dadurch einmal mehr ein massives Glaubwürdigkeitsproblem." Frank Henkel