Der Fraktions- und Landesvorsitzende der Berliner CDU, Frank HENKEL, erklärt:
"Wer vom Regierenden Bürgermeister selbstkritische Töne erwartet hat, wird bitter enttäuscht. Auf die massive Kritik am seinem selbstherrlichen Auftreten und seinem fehlenden Engagement für die Stadt antwortet Wowereit gewohnt trotzig: "Ich bin präsent. Ich kümmere mich." Diese Sätze bilden mit seiner Äußerung "Ich bin die Regierung" den schnoddrigen Dreiklang für seine Basta-Politik.
Die Berlinerinnen und Berliner sind diesen entrückten Regierungsstil leid, wie an den Umfragewerten für Wowereit und seine Partei zu erkennen ist. Die Menschen erwarten, dass er sich endlich kümmert - um die Stadt, nicht um seine eigenen Ambitionen. Es reicht für einen Regierenden Bürgermeister nicht aus, körperlich anwesend zu sein. Er muss inhaltliche Impulse setzen und die Richtlinien der Politik vorgeben. Genau hier kommt von Herrn Wowereit nichts.
Stattdessen verweist er auf Zerrbilder und Missverständnisse. Dabei sind die Belege für rot-rotes Versagen erdrückend. Seit Jahren hat Wowereit die Industrie in Berlin sträflich vernachlässigt. Das bestätigt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und beziffert die Zahl der fehlenden Arbeitsplätze in diesem Bereich auf 90.000. Damit hinkt Berlin im Bundesvergleich weit hinterher. Auch die Nachnutzung des ehemaligen Flughafens Tempelhof ist alles andere als eine Erfolgsgeschichte. Klaus Wowereit hat es zu verantworten, dass in der Mitte der Stadt eine eingezäunte Brache entstanden ist. Um seine Konzeptlosigkeit zu vertuschen, will sich Wowereit nun mit Landesbibliothek und Kunsthalle millionenschwere Denkmäler bauen.
Missverstanden wird angeblich auch die Schulpolitik. So würde das geplante Auswahlverfahren "dämonisiert", obwohl nur "maximal zehn Prozent der Schüler" betroffen seien. Wowereit ignoriert dabei, dass die rot-rote Schülerlotterie auf einhellige Ablehnung stößt. Nicht nur Eltern kritisieren dieses Verfahren, sondern nahezu die gesamte Anhängerschaft von SPD und Linke. Die Menschen wollen nicht, dass Zukunftschancen verlost werden. Leistung soll über Bildungserfolg entscheiden, nicht das Prinzip Zufall.
Bei so vielen "Missverständnissen" stellt sich die Frage, wie sie entstehen konnten. Hierfür gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder verstehen die Menschen den Bürgermeister nicht, oder der Bürgermeister versteht die Menschen nicht."