KÖRTINGS ÄUSSERUNGEN ZUM RELIGIONSUNTERRICHT SIND ANMASSEND

"Der Landes- und Fraktionsvorsitzende der Berliner CDU, Frank HENKEL, erklärt:
Frank HenkelFrank Henkel
"Es ist anmaßend, dass Körting die Bundesländer, in denen Religion ordentliches Unterrichtsfach ist, als `rückwärtsgewandt´ und den Berliner Sonderweg als zeitgemäß bezeichnet. Was ist daran zeitgemäß, den Willen vieler gläubiger Eltern und Schüler zu ignorieren und den Religionsunterricht an den Rand und damit letztlich aus der Schule zu drängen? Dass sich gerade Körting, der sich öffentlich gern zu seiner Religion bekennt, diesem ideologisch motivierten Irrweg von Rot-Rot anschließt, ist absolut unverständlich.

"Absurd wird die Debatte, wenn Herr Körting seine ablehnende Haltung damit begründet, eine christliche Gesellschaft gebe es nicht mehr. Unsere Kultur entspringt christlich-jüdischen Wurzeln. 62 Prozent der Deutschen sind Christen. Zwar stellt sich in Berlin die Situation etwas anders da. Trotzdem bilden mit 34,1 Prozent die Christen auch in Berlin die größte Glaubensgemeinschaft. Diesen Stellenwert der Kirchen in unserer Gesellschaft sollte auch Herr Körting nicht verleugnen.

Es geht aber nicht darum, Christen gegen Andersgläubige oder Konfessionslose auszuspielen. Das Volksbegehren zielt vielmehr auf die freie Wahl von Eltern und Schülern zwischen Ethik, evangelischer, katholischer, islamischer und jüdischer Religion.

Respekt und Toleranz gegenüber unterschiedlichen Werten und Überzeugungen zeigen sich gerade darin, dass sie gelebt werden dürfen - sofern sie nicht im Widerspruch zu unseren Gesetzen stehen. Außerdem kann sich nach unserer festen Überzeugung Respekt und Toleranz gegenüber Andersdenkenden erst dann entwickeln, wenn vorher eine intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Werte- und Überzeugungsfundament stattgefunden hat.

Es darf nicht darum gehen, jedem einen einheitlichen Wertebrei zu servieren, so wie Körting es vorhat. Wir wollen ein Nebeneinander und kein Gegeneinander. Deshalb setzen wir uns weiterhin für die Einführung von Religion als gleichberechtigtes Wahlpflichtfach neben dem Fach Ethik ein."

Frank Henkel