"Der Landes- und Fraktionsvorsitzende der Berliner CDU, Frank HENKEL, erklärt:
Frank Henkel"Die Mauer steht - auch nach ihrem Fall - für Todesstreifen, Stacheldraht, Schießbefehl und die Einkerkerung von Millionen Menschen. Als ihr letztes Opfer verlor vor 20 Jahren Chris Gueffroy bei einem Fluchtversuch aus Berlin-Treptow in den Berliner Westen sein Leben. Seiner gedenken wir heute, stellvertretend für die vielen anderen Getöteten. Gleichzeitig appellieren wir an den Senat, die Aufarbeitung der SED-Diktatur voranzutreiben und diesen Teil der deutschen Geschichte im Stadtbild angemessen und würdevoll darzustellen.
Dass dies nur unzureichend geschieht, wird einmal mehr an der vom Regierenden Bürgermeister und Kultursenator Wowereit aufgestellten Infobox anlässlich des Mauerfalls vor 20 Jahren am Potsdamer Platz deutlich. Diese Gedenkstätte hat ihren Namen nicht verdient. Denn informiert wird lediglich über die Entwicklung nach dem 9.11.1989. Die Schicksale der Menschen, die unter dem Unrechtsstaat gelitten haben, werden einfach ausgeblendet.
Verheerend ist auch die Geschichtsvergessenheit gerade unter den jungen Berlinerinnen und Berlinern. Eine Studie der FU Berlin belegt, dass die Berliner Schülerinnen und Schüler im bundesweiten Vergleich am wenigsten Kenntnis über die DDR haben. So wussten beispielsweise sehr viele Jugendliche nicht, dass dieser Staat eine Diktatur war.
Die Gräueltaten der SED-Diktatur dürfen niemals in Vergessenheit geraten. Wir setzen uns deshalb für eine angemessene Darstellung der DDR-Geschichte im Stadtbild ein. Dazu gehört vor allem der Erhalt und der würdevolle Umgang mit authentischen Orten. Außerdem muss schon in der Schule der Geschichtsvergessenheit entgegengesteuert werden. Wir fordern daher den Senat u.a. auf, den Besuch von authentischen Orten für Schulklassen verbindlich zu machen."
Frank Henkel