Auch "Anne Will" muss sich an Fakten halten - Sendung vom Sonntag war linke Hofberichterstattung

"Die Aussage des NDR-TV-Chefredakteurs, dass die "Anne Will"-Sendung vom vergangenen Sonntag nicht als 'Haushaltsseminar' konzipiert war, sondern es um eine 'plakative Aussage' ging, kommt einem Offenbarungseid gleich.
Frank HenkelFrank Henkel
Auch eine inhaltliche Zuspitzung rechtfertigt es nicht, dem Fernsehpublikum falsche Zahlen vorzusetzen. Und wie man es auch dreht und wendet: Die Aussage, Rot-Rot hätte beim Amtsantritt 60 Milliarden Euro Schulden geerbt, ist objektiv falsch. Fakt ist: Rot-Rot ist seit über sechs Jahren an der Macht, und der Schuldenstand ist von 38,5 Mrd. Euro im Jahr 2001 auf über 60 Mrd. Euro angewachsen. "Von einer politischen Talksendung, die den Anspruch hat, am Sonntagabend ein Millionenpublikum zu informieren und meinungsbildend zu sein, muss sauberer Journalismus erwartet werden. Die letzte Sendung hatte damit nicht das Geringste zu tun. Das war linke Hofberichterstattung für die Herren Wowereit und Lafontaine. Auch die 'Anne Will'-Redaktion sollte sich an die Neutralitäts- und Sorgfaltspflicht gebunden fühlen. Dazu gehört eben, dass Fakten richtig recherchiert werden. Ein Fehler kann jedem passieren. Aber dann muss man auch die Größe haben, diesen Fehler einzugestehen. Da weder Frau Will noch ihre Redaktion es bis heute für nötig befunden haben, die eindeutig falschen Informationen richtig zu stellen, drängt sich der Eindruck auf, dass die propagandistische Jubelarie auf Rot-Rot gewollt war." Frank Henkel