CyberSecurity- Eine neue Bedrohungslage im 21. Jahrhundert?

Am Donnerstag, den 08.11.2012, war der Jugendoffizier der Bundeswehr Hauptmann Christian Janke zu Gast bei der Jungen Union Berlin-Mitte und informierte uns über das Thema „Cybersecurity“ und „Cyberwarfare“.

Die digitale Revolution hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten das Leben der Menschen vollkommen verändert. Sei es die Kommunikation, Informationsbeschaffung, Unterhaltung oder das Wirtschaften, nahezu alles findet mittlerweile zumindest auch im Internet statt. Kaum einer verschickt heute noch Briefe per Post oder überweist sein Geld in der Bankfiliale, stattdessen gibt es E-Mails und Onlinebanking. Auch die Zahl der im Internet getätigten Einkäufe steigt von Jahr zu Jahr. Die Bedeutung des Internets ist sowohl was die deutsche, als auch was die globale Wirtschaft angeht immens. So bezeichnen 50 Prozent der deutschen Unternehmen das Netz als Kern ihres Geschäftsmodells oder als sehr wichtig, nur für 18 Prozent ist es irrelevant. 

Mit der wachsenden Bedeutung wächst jedoch auch die Abhängigkeit der Menschen, der Unternehmen, aber auch der Staaten vom Internet. Schon kurze Ausfälle können zu Millioneneinbußen in der Wirtschaft und Organisationschaos bei Behörden führen. So ist es kein Wunder, dass das Netz mit der Zeit zu einem interessanten und lukrativen Ziel für Angriffe aller Art und allen möglichen Ursprungs geworden ist. Ein „Cyber-Angriff“ hat gegenüber einem konventionellen Angriff viele Vorteile. Er erfolgt aus der Distanz und erfordert keine vor-Ort Anwesenheit, was zu optimalen Tarnungsmöglichkeiten und geringem Entdeckungsrisiko führt. Auch kann alles angegriffen werden, es muss lediglich mit dem Internet verbunden sein. Sowohl als Ursprung als auch als Ziel dienen dabei Privatpersonen, Unternehmen und auch staatliche Akteure.

Den Kriminalitätsstatistiken der letzten Jahre ist ein sprunghafter Anstieg von Internetkriminalität zu entnehmen. Durch direktes Hacking, Identitätsdiebstahl und andere Mittel gelingt es den Tätern an sensible Daten zu kommen, mit denen im schlimmsten Fall der Zugriff auf das Bankkonto hergestellt oder Geld von der Kreditkarte abgehoben werden kann. Aber auch Unternehmen sind durch solche Methoden in der Lage, von missliebigen Konkurrenten beispielsweise Informationen über die Entwicklung neuer Produkte oder andere Interna zu bekommen.

Von besonderer Bedeutung für die Zukunft scheint jedoch die Auseinandersetzung zwischen und gegen Staaten zu sein, der sogenannte CyberWar. Schon im Kosovokrieg 1999 wurde versucht neue Technologien einzusetzen um etwa Luftabwehrsysteme zu stören oder Zugriff auf Bankkonten und das Telefonnetz zu bekommen. Heute ist fast jeder Konflikt begleitet von entsprechenden Maßnahmen. Als es 2007 Spannungen zwischen Russland und Estland gab, wurden in Estland tagelang die Internetseiten vom Parlament und anderen staatlichen Einrichtungen, sowie von Banken und der Presse angegriffen. Bei dem Konflikt zwischen Russland und Georgien 2008 geschah ähnliches gegenüber georgischen Behörden, sowie Wirtschafts- und Medienunternehmen. Der wohl bisher bekannteste öffentlich gewordene Cyberangriff wurde vermutlich von den USA und Israel gegen das iranische Atomwaffenprogramm, also vor allem deren Urananreicherungsanlagen getätigt. Dabei wurden die Schadprogramme (Malware) Flame und Stuxnet eingesetzt.

Deutschland befindet sich, was die Entwicklung angeht, eher im Mittelfeld. Zwar unterhält die Bundeswehr die Abteilung Informations- und Computernetzwerkoperationen des Kommandos Strategische Aufklärung, welches mit ca. 7.000 Bediensteten das größte der Bundeswehr ist. Aufgrund der verfassungsrechtlichen Einschränkung ist ein praktischer Einsatz jedoch nur mit einem Mandat des Parlaments möglich.

Es ist sicher, dass die Bedeutung des Internets und anderer moderner Technologien noch lange nicht auf ihrem Höhepunkt ist. Umso wichtiger ist es deshalb, dass sowohl der Staat als auch der einzelne Bürger und die Wirtschaft in der Lage sind, sich vor den neuen Gefahren zu schützen, die aus dieser Entwicklung resultieren.

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